Bis vor wenigen Wochen hätte man nicht geglaubt, was mit einigen Sonnenstrahlen aus der Erde spriesst. Vergessen hat man die Farbe der Tulpenzwiebeln, die man im Herbst eingebuddelt hat. Ein Wunder ist das harmonische Verhältnis zwischen den zwei Minzensorten, die beide ineinander und miteinander wuchern. Freude machen die vielen Blüten, die die Walderdbeeren treiben. Nie gepflanzte Blumen spriessen, wo sie Platz finden.
Diese ganze Schönheit ist noch fragil, doch mit dem heutigen Tag haben wir auch die Eisheiligen überstanden. Seit vier Tagen und noch heute Nacht könnte es zu Frost kommen. Drei dieser Tage, vom 11. bis 13. Mai, sind bereits vorüber und der Volksmund sagt: Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie.
Und heute gilt es noch die Kalte Sophie zu überstehen, auf diesen Tag hab ich gewartet. Eigentlich hätte ich schon lange Lust, meine Sprösslinge und die gekauften Setzlinge nach draussen zu verfrachten. Vollzeitgärtnerin sollte man sein, dann könnte man die Arbeiten mit dem Wetter planen. Wer sonstwas arbeitet, plant neben den Arbeitszeiten und Abmachungen und Sport die Gartenarbeiten ein. Deshalb pflanzte ich alles am Montag ein, die kalte Sophie im Hinterkopf, und spekuliere auf die Angaben des Meteodienstes.
Eben dieser prognostiziert keine Minustemperaturen. So dürfte die zerbrechliche Schönheit nun bestehen bleiben und immer stärker werden. Grosse Gefahren drohen nur noch von Nachbars Katzen. Die mögen besonders den Basilikum, den ich genau deswegen nicht mehr anpflanze.






